„Was kostet das denn ungefähr?“ ist die erste Frage in fast jedem Erstgespräch. Eine
seriöse Antwort braucht drei Angaben: Fläche, Häufigkeit und Anspruch. Fehlt eine davon,
ist jede Zahl geraten. Dieser Beitrag zeigt, wie sich der Preis zusammensetzt und woran Sie
ein zu billiges Angebot erkennen.
Die zwei üblichen Abrechnungsmodelle
In der Unterhaltsreinigung sind zwei Modelle verbreitet:
- Nach Stunde: Ein Stundenverrechnungssatz mal die eingesetzten Stunden.
Transparent, aber der Aufwand muss vorher realistisch geschätzt sein. - Nach Quadratmeter und Leistungsverzeichnis: Ein Festpreis pro Monat für
ein klar beschriebenes Leistungsbild. Planbar für beide Seiten – und die Variante, die wir
für Objekte mit festem Turnus empfehlen.
Der Stundenverrechnungssatz ist keine Lohnangabe. Er enthält den Tariflohn, Sozialabgaben,
Urlaubs- und Krankheitsvertretung, Maschinen, Verbrauchsmaterial, Versicherung, Anfahrt,
Objektleitung und Qualitätskontrolle. In unserer Region liegen realistische Sätze für
Unterhaltsreinigung erfahrungsgemäß im mittleren bis oberen Zwanziger- bis unteren
Dreißiger-Euro-Bereich netto. Wer deutlich darunter anbietet, spart an einer dieser Positionen –
meistens an der Zeit vor Ort.
Die fünf Kostentreiber
1. Reinigungshäufigkeit
Fünfmal wöchentlich kostet nicht das Fünffache von einmal wöchentlich, aber deutlich mehr.
Umgekehrt gilt: Wer den Turnus zu weit ausdünnt, zahlt später über Grundreinigungen drauf,
weil sich Schmutz festsetzt.
2. Flächenart und Belegung
Ein Großraumbüro mit 40 Arbeitsplätzen ist pro Quadratmeter günstiger als viele kleine
Einzelbüros mit demselben Gesamtmaß. Sanitärbereiche, Küchen und Eingangszonen sind die
teuersten Quadratmeter im Objekt – dort steckt der größte Teil der Zeit.
3. Bodenbelag
Textilbelag, Linoleum, Naturstein und Sichtestrich verhalten sich völlig unterschiedlich.
Naturstein und beschichtete Böden brauchen abgestimmte Mittel und regelmäßige Werterhaltung,
sonst wird die Fläche in wenigen Jahren stumpf.
4. Zugangszeiten
Reinigung vor 6 Uhr, nach 20 Uhr oder am Wochenende ist zuschlagspflichtig. Wer das
Zeitfenster um zwei Stunden öffnet, senkt oft den Preis, ohne am Leistungsbild zu sparen.
5. Dokumentation und Kontrolle
Objektbegehungen mit Protokoll, Qualitätskennzahlen und ein fester Ansprechpartner kosten
Geld. Sie sind der Unterschied zwischen einem Vertrag, den man nach einem Jahr kündigt, und
einem, der zehn Jahre läuft.
Rechenbeispiel: 600 m² Bürofläche
Angenommen: 600 m² auf einer Etage, 24 Arbeitsplätze, zwei Sanitäranlagen, eine Teeküche,
Linoleum und Textilbelag, Reinigung dreimal wöchentlich ab 18 Uhr.
- Büro- und Verkehrsflächen dreimal wöchentlich: Papierkörbe, Böden nebelfeucht,
Griffbereiche - Sanitär dreimal wöchentlich vollständig, inklusive Verbrauchsmaterial
- Teeküche dreimal wöchentlich, Oberflächen und Spüle
- Glasflächen im Innenbereich monatlich
- Grundreinigung der Böden einmal jährlich, separat ausgewiesen
Daraus ergibt sich ein Zeitbedarf von grob zweieinhalb bis drei Stunden je Einsatz. Über
den Monat gerechnet landet ein solches Objekt bei ungefähr 30 bis 36 Einsatzstunden. Multipliziert
mit einem realistischen Verrechnungssatz ergibt das eine monatliche Größenordnung im niedrigen
vierstelligen Bereich – die jährliche Grundreinigung kommt separat dazu.
Wichtig ist weniger die Endsumme als die Herleitung. Ein Angebot, das nur „600 m², Pauschale
X“ sagt, lässt sich mit nichts vergleichen.
Woran Sie ein zu billiges Angebot erkennen
- Es steht keine Einsatzzeit oder Stundenzahl drin.
- Das Leistungsverzeichnis besteht aus einem Absatz statt aus einer Tabelle mit Intervallen.
- Verbrauchsmaterial ist „nicht enthalten“, ohne dass gesagt wird, was es kostet.
- Es gibt keinen namentlichen Ansprechpartner und keine Regelung für Krankheitsvertretung.
- Die Grundreinigung fehlt komplett – sie taucht dann im zweiten Jahr als Nachtrag auf.
So machen Sie Angebote vergleichbar
Geben Sie allen Anbietern dieselbe Grundlage: Flächenaufstellung nach Raumart, gewünschter
Turnus, Zeitfenster und die Frage, wie viele Einsatzstunden pro Monat kalkuliert sind. Wenn
Sie diese eine Zahl abfragen, sortiert sich das Feld von selbst.
Wir rechnen jedes Angebot so – mit ausgewiesenen Stunden, einem Leistungsverzeichnis nach
Intervallen und einem festen Ansprechpartner. Wenn Sie ein vorhandenes Angebot gegenprüfen
lassen möchten, schicken Sie es uns gern zu.